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Geschichte und Reiseinformationen zu Frankreich
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Frankreich (frz.: France) ist ein demokratischer Staat im Westen
Europas. Er grenzt an Belgien, Luxemburg, Deutschland, die Schweiz,
Italien, Monaco, Spanien, Andorra, den Atlantik mit dem Ärmelkanal und
an das Mittelmeer. Neben dem europäischen Territorium gehören zu
Frankreich Überseegebiete in der Karibik, Südamerika, im Indischen
Ozean und in Ozeanien; es beansprucht auch einen Teil der Antarktis.
Geographie
Frankreichs Landschaftsbild prägen überwiegend Ebenen oder sanfte Hügel
im Norden und Westen. Der Rest ist gebirgig, Hauptgebirge sind die
Pyrenäen im Südwesten, das Zentralmassiv und die Alpen im Südosten.
Mit Abstand wichtigste und größte Stadt in Frankreich ist die
Hauptstadt Paris mit rund 12 Millionen Einwohnern im Großraum Paris
(Region Île-de-France). Die Großräume um Marseille, Lille und Lyon
haben ebenfalls mehr als eine Million Einwohner.
Bevölkerung
Zum 1. Januar 2004 wird die Bevölkerung, einschließlich der
Überseegebiete, auf 61,4 Millionen geschätzt. Nach Deutschland nimmt
Frankreich in der EU den zweiten Platz bei der Bevölkerung ein. In der
EU der 25 hat Frankreich einen Bevölkerungsanteil von 13%.
Im Jahre 2003 kamen auf 792.600 Geburten 560.300 Sterbefälle, das
entspricht einem Überschuss von 232.300 Personen. Am Stichtag 1. Januar
2004 waren 16,2 % der Bevölkerung älter als 65 Jahre, gegenüber 14,6 %
im Jahre 1994. Im selben Zeitraum ist der Anteil der unter 20-Jährigen
von 26,7 % auf 25,3 % gefallen.
2003 wurden 280 300 Ehen geschlossen, das sind 6000 (-2,1 %) weniger
als 2002, wobei das Durchschnittsalter bei den Männern 30,4 Jahre und
bei den Frauen 28,3 Jahre betrug.
Die Kindersterblichkeit beträgt 4,2‰.
Der durchschnittliche Franzose hat eine Lebenserwartung von 75,8 Jahren, während die Französin auf 82,9 Jahren kommt.
Ethnische Gruppen
* Franzosen
* Bretonen
* Basken
* Deutsche (Elsässer)
* Araber
* Südostasiaten
* Westafrikaner
Sprachen
Neben der Amtssprache Französisch gibt es noch zahlreiche
Minderheitssprachen: Bretonisch (ca. 300.000 in der Bretagne),
Elsässisch (Elsass), Rhein- bzw. Moselfränkisch (nördliches Lothringen)
Niederländisch (Flandern, ca. 80.000 an der Grenze zu Belgien),
Baskisch, Katalanisch, Korsisch (auf Korsika), Okzitanisch /
Provençalisch (in Südfrankreich).
Daneben existieren in Nordfrankreich mehrere enger mit dem
Französischen verwandte romanische Oïl-Sprachen: Picard, Normannisch,
Gallo, Poitevin-Saintongeais, Champanois und Morvandiau.
Die Anerkennung dieser Sprachen als Unterrichts- und
Verwaltungssprachen wird zwar vielfach gefordert, kommt jedoch aufgrund
der offiziellen Doktrin der Einsprachigkeit des Landes nur schleppend
voran.
Religionen
Frankreich ist offiziell ein laizistischer Staat, das heißt, Staat und
Religionsgemeinschaften sind vollkommen voneinander getrennt. Da von
staatlicher Seite keine Daten über die Religionszugehörigkeit der
Einwohner erhoben werden, beruhen alle Angaben über die konfessionelle
Zusammensetzung der Bevölkerung auf Schätzungen oder den Angaben der
Religionsgemeinschaften selbst und weichen deshalb oft erheblich
voneinander ab, weshalb auch die folgenden Zahlen mit Vorsicht zu
behandeln sind.
* 83%-88% Römisch-katholische Christen
* 5%-10% Muslime
* 2% Protestantische Christen
* 1% Juden
* 4% keiner Religion angeschlossen
Außen- und Sicherheitspolitik
Frankreich wurde 1949 Mitunterzeichner des Nordatlantikvertrages (NATO)
und erhielt militärischen Schutz durch die USA. Mit der Machtübernahme
von de Gaulle 1958 änderten sich die Beziehungen zu den USA und zu der
von den USA dominierten NATO. Unter de Gaulles Führung entwicklete sich
Frankreich 1960 zu einer Atommacht und verfügte ab 1965 mit der Force
de Frappe über Atomstreitkräfte, die zunächst 50 mit Atombomben
(Kernwaffen)ausgestattete Flugzeuge in Dienst stellte. 1968 hatte
Frankreich bereits 18 Abschussrampen für Mittelstreckenraketen
aufgestellt, die 1970 und 1971 mit Atomsprengköpfen ausgestattet
wurden. 1968 verläßt Frankreich den militärischen Teil der NATO, bleibt
aber im politischen Teil des Bündnisses integriert. In den 1970er
Jahren erweiterte Frankreich ihre Atommacht auch auf See. Fünf
Atom-U-Boote verfügten über jeweils 16 atomar bestückten
Mittelstreckenraketen.
In der aktuellen Außenpolitik bemüht sich Frankreich um ein gutes
Verhältnis zu seinem Nachbarn Deutschland (siehe auch "Kerneuropa") und
steht mit diesem gemeinsam der Vormachtstellung der USA mit einer
gewissen Skepsis gegenüber. Dies führte zu einem Austritt Frankreichs
aus der militärischen Organisation der NATO und vielen Eigeninitiativen
Frankreichs in weltpolitischen Entscheidungen.
Hinzu kommt ein Engagement auch nach Ende der Kolonialherrschaften in
Afrika, wo Frankreich bis heute in vielen Ländern die bestimmende
Ordnungsmacht geblieben ist.
Frankreich ist zudem ständiges Mitglied im UNO-Sicherheitsrat mit Vetorecht.
Sport
Die populärste Sportart Frankreichs ist der Fußball. Als
identitätsstiftendes Band gerade zwischen den verschiedenen sozialen
und ethnischen Gruppen Frankreichs gilt hierbei die französische
Fußball-Nationalmannschaft, die so genannte équipe tricolore (siehe
auch: Fußball in Frankreich).
Weitere populäre Sportarten sind der Radsport (insbesondere im Juli,
während der dreiwöchigen Tour de France), Rugby, Leichtathletik, Formel
1 (Großer Preis von Frankreich in Magny Cours) und Tennis (French Open
in Paris).
In Frankreich fanden bereits mehrmals Olympische Spiele statt:
Sommerspiele 1900 und 1924 in Paris, Winterspiele in Chamonix 1924,
Grenoble 1968 und Albertville 1992.
Geschichte
Durch die Französische Revolution 1789 wurde die mehr als 1200 Jahre
währende Monarchie gestürzt. Es begann eine Periode des Umbruchs, in
der wechselnd republikanische, napoleonisch-imperiale und
monarchistische Staatsformen herrschten. Seit der Niederlage Napoleons
III. 1870 ist Frankreich endgültig Republik. Im Ersten und Zweiten
Weltkrieg war Frankreich einer der Hauptgegner Deutschlands. Nach dem
Zweiten Weltkrieg verlor Frankreich seine größten Kolonien Vietnam und
auch Algerien nach kriegerischen Auseinandersetzungen. Seit 1958
(Fünfte Republik) hat der Präsident umfassende Exekutivgewalt. Beim
europäischen Einigungsprozess spielt Frankreich heute gemeinsam mit dem
früheren Erzfeind Deutschland eine tragende Rolle.
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